Gegen den Trend: Opel stoppt Thüringer Elektroauto

Elektroautos: Noch zu unbeliebt bei den Käufern - Foto von: © andrea lehmkuhl - Fotolia.com

Elektroautos: Noch zu unbeliebt bei den Käufern - Foto von: © andrea lehmkuhl - Fotolia.com

Es sollte die schicke Elektro-Variante des Opel Adam sein, jetzt hat Opel die Planungen für das Projekt “Elektroauto in Thüringen” gestoppt. Ein weiterer Beweis dafür, dass Deutschland wohl noch nicht soweit ist.

Stopp noch vor Produktionsbeginn

Das Thüringer Opel-Werk hatte schon Flächen für die Produktion des elektrischen Opel Adam bereitgestellt, auch Investitionen in Höhe von 70 Millionen Euro flossen bereits. Jetzt kam offiziell der Rückzug. Der Grund: Unwirtschaftlichkeit. Das Eisenacher Opel-Werk plante ursprünglich, jährlich 5000 Exemplare des Elektro-Adam zu bauen – in Thüringen wurden im Jahr 2012 jedoch nur 27 Elektroautos verkauft. Der Opel-Betriebsrat sah ein, dass diese Produktion nur über Subventionen erhalten werden könnte, die sich kein Hersteller leisten könne.

Probleme am Absatzmarkt

Die eigentlichen Probleme liegen jedoch nicht bei Opel, sondern im ausbleibenden Trend von Elektroautos. Die Entwicklungen sind nicht ausreichend, der Stand der Technik noch nicht lohnenswert. Hohe Preise und geringe Reichweite sorgen für einen minimalen Marktanteil von E-Autos von gerade einmal einem Prozent. Im Durchschnitt liegt der Preis eines Neuwagens rund 10 000 Euro höher als bei einem normalen Wagen ohne Elektroantrieb. Das Aufladen der Autos ist noch nicht überall möglich, die Reichweite ist zu gering. Im Winter, wenn die Batterie unter der Kälte leidet, liegt sie bei schwachen 100 Kilometern. Für den Normalverbraucher sind diese Makel zu eklatant, um so tief in die Tasche zu greifen. Matthias Machnig (SPD), Wirtschaftsminister von Thüringen, hegt große Zweifel am Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutsche Straßen zu bringen. 

Anreize schaffen

Wo keine Anreize sind, muss man diese schaffen. Gute Beispiele finden wir schon längst in anderen Ländern. In Deutschland besteht die einzige Förderung von E-Autos derzeit in der Befreiung von der Kfz-Steuer. Laut Machnig einfach zu wenig. Im Ausland sind die Möglichkeiten vielfältiger. Kräftige Startprämien spornen hier ebenso zum Kauf eines E-Autos an, wie Sonderparkplätze oder sogar das freie Fahren auf der Busspur. Derweil wird an Alternativen gebastelt: Die Konzerne Daimler, Ford, Nissan und Renault tüfteln aktuell an Brennstoffzellen, mit denen Autos mit Wasserstoff betrieben werden sollen. Eventuell eine attraktivere Variante zum Elektroauto.

Hinterlasse eine Nachricht